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Gezielte Nachwuchsförderung ist entscheidend, um junge Talente auf ihrem Weg an die Spitze zu begleiten. Michi Dorfmeister erklärt, warum frühzeitige Unterstützung heute wichtiger ist denn je – und was sie jungen Athlet:innen mitgeben will.

 

1. Warum ist aus deiner Sicht Förderung des Nachwuchssportes heute wichtiger denn je?

Was man im Sport lernt, nimmt man fürs ganze Leben mit: Respekt, Siegeswillen, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Fokus und Teamfähigkeit. Diese Eigenschaften braucht jede:r im Leben – und im Sport sind sie die Grundvoraussetzungen, um erfolgreich zu sein oder es zu werden.

2. Welche Entwicklungen oder Veränderungen im Sport siehst du, die diese Förderung besonders notwendig machen?

Die Zahl der jungen Menschen, die einen sportlichen Weg einschlagen wollen, wird immer kleiner. Gründe dafür sind unter anderem schulische Belastungen, finanzielle Hürden und vieles mehr. Umso wichtiger ist es, sich um die wenigen, die diesen Weg gehen, gezielt zu kümmern und ihnen den Support zu geben, den sie brauchen.

3. Wie hat sich die Förderung junger Nachwuchssportler:innen im Vergleich zu deiner aktiven Zeit verändert?

Vergleiche zu ziehen, wäre wie Tag und Nacht. Meine aktive Karriere liegt rund 20 Jahre zurück – bis zu meinem 16. Lebensjahr wurde ich in den Schulen (MD Ski Mittelschule und Skihandelsschule Schladming) betreut. Damals gab es zwar einen Landesskiverband, aber nur in passiver Form. Ab 16 wurde ich dann in den ÖSV aufgenommen. Mentale Betreuung war zu meiner Zeit noch sehr negativ behaftet. Allein die heutigen Möglichkeiten in den Olympiazentren der Bundesländer – das hätte ich mir damals nur wünschen können. Auch das Bewusstsein für Themen wie Regeneration und Ernährung war längst nicht so ausgeprägt wie heute – dabei ist gerade die richtige Ernährung ein wesentlicher Baustein für Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Heute bekommen junge Athlet:innen dank gezielter Programme und Partner wie MaxiNutrition die Möglichkeit, auch in diesem Bereich professionell unterstützt zu werden. Ich habe in einer alten Kraftkammer in Neusiedl/Pernitz trainiert, mit einer rostigen Hantelstange, die nicht einmal eine Olympiastange war. Im Gegensatz zu heute habe ich unter sehr einfachen Bedingungen trainiert. Heute wird wirklich jeder Trainingstag individuell kontrolliert – was an diesem Tag für die Athlet:innen am besten ist.

4. Mentale Stärke gilt heute als einer der Schlüsselfaktoren im Leistungssport. Wie wichtig ist sie aus deiner Erfahrung – und wie kann man sie schon im Nachwuchs gezielt aufbauen und fördern?

Es gibt Persönlichkeiten, die machen vieles aus dem Hausverstand heraus und haben auch das notwendige Talent, unter Druck Leistung zu bringen. Wenn man aber auf Nummer sicher gehen will, sucht man sich eine Person (Mentalbetreuer:in). Dann hat man jemanden zum Reden und kann sich viele Tipps holen – etwa zu Atmung, Fokussierung oder Visualisierung.

5. Wo siehst du aktuell die größten Herausforderungen für junge Talente auf dem Weg in den Spitzensport? (etwa in Hinblick auf Leistungsdruck, Social Media oder den Spagat zwischen Schule, Beruf und Sport)

Das Umfeld – Familie, Freund:innen, Trainer:innen und Betreuer:innen – ist heute enorm wichtig. Die Ablenkungen, vor allem durch Social Media, sind riesig. Junge Menschen müssen intensiver begleitet werden als zu meiner Zeit. Die schulische Belastung ist gerade in der Pubertät für viele ein großer Stolperstein, wenn es darum geht, Sport und Schule zu verbinden. Je früher man heutzutage professionell betreut wird, desto größer sind die Chancen, in die Weltspitze vorzustoßen. Weltspitze sagt es ja schon: Das sind die Besten der ganzen Welt, die absolute Spitze. Leider ist der Drop-out in der Pubertät sehr hoch, weil viele keine Perspektive mehr sehen und sich zu weit von der Konkurrenz entfernt fühlen.

6. Wie entscheidend ist aus deiner Sicht der persönliche und finanzielle Support – etwa durch Verbände, Sponsoren oder Mentor:innen wie dich – für den langfristigen Erfolg von Nachwuchssportler:innen?

Wir wissen, alles wird teurer – auch der Sport. Die vielen Nebenkosten, ob Unterkunft, Anreise zu Trainings oder Wettkämpfen, Sportgeräte und das ganze Drumherum, belasten enorm. Ich bewundere alle Eltern, die ihr eigenes Leben fast hinten anstellen und alles in ihr Kind investieren – Zeit, Urlaub und natürlich Geld. Genau deshalb ist unser Support für die Sportler:innen so wichtig: ihnen zu vermitteln, dranzubleiben und durchzuhalten, weil wir an sie glauben. Das ist ein wesentlicher Teil des Backgrounds, den man braucht, um erfolgreich zu sein.

 

7. Wenn du heute zurückblickst: Was hättest du dir als junge Athletin damals an Unterstützung, Wissen oder Rat gewünscht – und was möchtest du jungen Sportler:innen heute mit auf den Weg geben?

Als junge Sportlerin wäre ich für Unterstützung sehr dankbar gewesen – wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich nicht sicher bin, ob ich sie damals überhaupt angenommen hätte, weil ich meinen eigenen Kopf hatte. Als ehemalige Spitzensportlerin habe ich natürlich sehr viel erlebt und gelernt. Aber jede:r hat eigene Themen, und ich versuche, individuell darauf einzugehen. Dabei geht es auch um Bereiche außerhalb des Sports – etwa um Dinge wie Steuerberatung –, die im Aufbau zu einer erfolgreichen Spitzensportkarriere ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Heute weiß ich, wie wichtig es ist, das große Ganze zu sehen – nicht nur Training und Wettkampf, sondern auch mentale Stärke, Regeneration und vor allem Ernährung. Eine ausgewogene, leistungsorientierte Ernährung ist die Basis für alles – und genau darauf legen wir auch in der MaxiNutrition Nachwuchsklasse großen Wert.

 

8. Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit den Nachwuchstalenten der MaxiNutrition Nachwuchsklasse – und was begeistert dich an dieser Rolle als Mentorin besonders?

Es freut mich sehr, dass wir so viele verschiedene Sportarten im Boot haben. Das macht die Koordination zwar manchmal schwierig, aber wir haben trotzdem eine großartige Gemeinschaft. Alle können voneinander lernen. Wenn man selbst im Fokus steht, ist es wichtig, auch einmal über den Tellerrand zu schauen – zu sehen, was andere machen. Die Athlet:innen könnten alle meine Kinder sein – das fühlt sich zwar manchmal komisch an, aber im positiven Sinn, denn die Truppe hält mich jung. Ich bewundere jede und jeden Einzelnen, wie fokussiert und zielstrebig sie sind. Es ist einfach schön, junge Menschen mit klaren Zielen zu begleiten und zu sehen, wie sie sich ständig weiterentwickeln.

 

Die neuen Sportler:innen der MaxiNutrition Nachwuchsklasse Nico Hipfl, Magdalena Rauter und Christian Giefing gemeinsam mit Mentorin Michi Dorfmeister.

Die Sportler:innen der MaxiNutrition Nachwuchsklasse Nico Hipfl, Magdalena Rauter und Christian Giefing gemeinsam mit Mentorin Michi Dorfmeister.